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Afrikafest in Ingolstadt

Maria Bauernfeind

Das zehnte Afrikafest wurde heuer in Ingolstadt gefeiert – wieder am Rathausplatz und Umgebung. Von Anfang an war der „Gral“ dabei.

Ziel des Festes war es seit dem Beginn, ein Bewusstsein für das Leben und die Probleme in Afrika zu schaffen. Dazu gab es Gelegenheit, einander zu begegnen bei einem kunterbunten Publikum.

Überwiegend sind es die in der Region aktiven Vereine, die im Kleinen versuchen, vor Ort Hilfe zu leisten. Sie zeigten an den Infoständen ihr Engagement für und in Afrika. Aber auch Vereine, die im Zeichen der Völkerverständigung agieren, waren beim Fest vertreten.

Ein umfangreiches Bühnenprogramm zeigten Trommel- und Tanzgruppen, neben viel lauter Disco- und Afrikamusik. Großer Bestandteil des Festes waren wieder eine Menge Angebote mit afrikanischen Essensspezialitäten und die vielen Vereine mit afrikanischen Kunstgegenständen.

Auch unser Stand, von Judith und ihrer Familie gebracht, mit all den exotischen Früchten, frisch und getrocknet, war oft umlagert. Gundas Bitterorangenmarmelade war noch bei vielen Besuchern von den letzten Jahren her bekannt. „Seifenblasen“ wurde wieder von Groß und Klein fleißig genutzt, die Sonne sorgte für schnelles Trocknen …

Der Tag war lang, besonders für Familie Ettner, „vergelts Gott“ für ihre umfangreichen Vorbereitungen. Aber es war auch ein schöner Tag mit so vielen Begegnungen und Erfahrungen.

Der Erlös vom Verkauf soll dieses Jahr den Schulkindern von Elisabeth Namaganda in Uganda zugutekommen.

 

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49. Arbeitskreis vom 22. bis 24. Juni 2018 in Heppenheim

Zum diesjährigen Arbeitskreis kamen 11 Frauen, eine hatte aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Das Ambiente in Heppenheim ist wie immer angenehm und lässt viel Freiraum zum Arbeiten, zum Nachdenken und zum Entspannen. Selbst von der Fußball-WM kriegten wir noch etwas mit.

Wie immer hatte das Nationale Leitungsteam den AK sehr gut vorbereitet, alle wichtigen Unterlagen bekamen die Teilnehmerinnen im Vorfeld zugeschickt. Nach unserem Ankommen am Freitag berichteten die Bezugsgruppen über ihre Aktivitäten im letzten Jahr. Mit einem Gebet beendeten wir diesen Tag. Am Samstag hörten wir die Berichte über die Zusammenarbeit des GRAL mit anderen Organisationen auf örtlicher, nationaler und internationaler Ebene. Am Nachmittag war Thema ANTENNE und Newsletter dran, worüber schon im letzten Jahr diskutiert wurde. Bestätigt wurde, dass es bei zwei Ausgaben im Jahr der ANTENNE bleibt, aber es wird keinen Newsletter geben. Es folgte der Finanzbericht über das letzte Jahr und das Budget für 2018. Mit der Vorausschau und Planung der nationalen und internationalen Termine für 2018/2019 endete dieser Arbeitstag. Es gab keinen Gottesdienst im Heppenheimer Dom, weil Ferien waren, so konnte die Frauen in der kleinen Kapelle des Tagungshauses mit einem tiefen, wohltuenden, miteinander gestalteten Wortgottesdient den Tag ausklingen lassen.

Am Sonntagvormittag ging es thematisch um „Meine Prioritäten und der Gral“, ein nicht so einfaches Thema zum nachdenken und zum Weiterdenken gedacht. Bei der Auswertung des Arbeitskreises zeigte sich wieder einmal, wie verantwortungsbewusst und korrekt diese Tagung vorbereitet und durchgeführt wurde. Vielleicht sollte sich unsere jetzige Bundesregierung davon eine Scheibe abschneiden.

 

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Effata-Treffen vom 2. - 4. Februar 2018 in Heppenheim

„Maria in verschiedenen Religionen“

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Zu Beginn der Tagung sahen wir den Film „Maria von Nazareth“, um uns in die Geschehnisse am Anfang des Jahrhunderts nach Christi Geburt, und nach den vorliegenden biblischen Aussagen, hineindenken zu können.

Am nächsten Tag ging es um das Leben von Maria und was darüber in der Bibel steht. Maria Kaiml zeigte, dass Maria ein junges Mädchen war, eine Jüdin, die aufrecht und rückhaltlos glaubt. Als ihr der Engel verkündet, dass sie von Gott auserwählt sei, den langersehnten Messias zur Welt zu bringen, da nimmt sie ohne Wenn und Aber diese Aufforderung an, ohne an eventuelle Folgen zu denken.
Die Juden warteten damals auf den Messias, um von der römischen Fremdherrschaft befreit zu werden. Aber sie erkennen Jesus nicht als den Befreienden an. Maria ist hier „nur“ die leibliche Mutter von Jesus.

Im Koran ist Maria die einzige Frau, die mit Namen erwähnt wird. Sie wird in mehreren Suren erwähnt und als Mutter des Propheten Jesus bezeichnet. Auch von der Verheißung Gottes und der Geburt Jesus wird im Koran berichtet.

Wie Maria von Martin Luther gesehen wurde, erfuhren wir von Marita Estor. Für Martin Luther war Maria die „hochgelobte Jungfrau“. Er hat das Magnificat ins Deutsche übertragen 1521 noch bevor er die Übersetzung des Neuen Testaments als Ganzes in Angriff nahm. Er hat sie bis ans Lebensende verehrt: „Das Geschöpf Maria kann nicht genug gelobt werden“.

Und wie wird Maria in der Katholischen Kirche verehrt? Christa Werner erzählt uns von eigenen Erfahrungen in ihrer Familie und darüber hinaus. Maria ist die Tröstende, die Mitleidende, die zu Verehrende. Sie ist Vorbild für das Leben von Frauen allgemein, wo Sorge, Angst und Freude, Liebe und Geborgenheit das Leben prägen. Weil Maria so bedingungslos glaubt, genießt sie bis heute uneingeschränktes Vertrauen. Auch in vielen Gemälden, Gedichten und Liedern haben Künstler und Laien uns Maria näher gebracht.

Am Abend nach der Eucharistiefeier im Heppenheimer Dom St. Peter ging es zum gemütlichen Beisammensein über. Wir waren 15 Frauen, die sich auf die Begegnung als Gralfrauen und –freundinnen aus Deutschland freuten. Die Freude, miteinander zu reden, zu diskutieren und zu feiern, ist immer wieder das Besondere an diesen Treffen.

Am Sonntag wurde in lockerer Runde von der eigenen Beziehung zur Gottesmutter Maria bzw. zur Maria als ganz normale Frau und Mutter berichtet. Bei den Einen gehöre Maria Verehrung zum normalen Alltag, andere richten ihre Gebete und Bitten in bedrohlichen Situationen an sie und andere wiederum erleben Maria lediglich beim weihnachtlichen Krippenspiel als Mutter von Jesus, die in einem Stall ihr Kind zur Welt brachte, weil sonst kein Raum in der Herberge frei war.

Ein ganz wunderbares und interessantes Wochenende ging zu Ende, nicht ohne den Gedanken an das nächste Effata -Treffen, das vom 8. – 10. Februar 2019 wieder in Heppenheim sein wird. Wir werden uns mit einigen Aspekten der „Rettung der Schöpfung“ beschäftigen.

Erika Haugg

 

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„…der Engel sprach – Fürchte Dich nicht…“
Meine Gedanken nach dem Adventstreffen 2017
Victoria Ortega

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Der Nachmittag mit den Gralinnen hat mir gut getan. Draußen war es Winter, grimmig kalt. Dunkelheit brach schnell herein und weiter nach draußen gesehen sieht es nicht gut aus: Die im Reichtum leben schotten sich ab, die anderen ballen die Faust in der Tasche und je schlechter es geht, desto gefährlicher wird es für alle.
In mir ist die ständige Auseinandersetzung zwischen Kopf und Bauch, denn auch ich gehöre zu den Reichen, die Familie und Freunde haben, Gruppen in denen sie anerkannt werden und ich habe mehr als einen Dach über dem Kopf und gut zu essen und zu trinken.
So bin ich alt geworden: seit meine Mutter mir die Geschichten erzählt hat, kenne ich die Engel, von Maria und Josef und von den Hirten auf dem Feld, die ihnen sagen „Fürchtet Euch nicht“.
Und doch wird mir immer wieder Angst.
So ein Nachmittag macht mir erlebbar, wie gut es tut, zusammen zu sein mit Menschen, die sich verstehen, die sich auf einen gemeinsamen Weg durch die Zeit wissen.
Beim Adventstreffen war es im Gralzentrum warm und hell. In der Mitte unseres Kreises stand der Adventskranz mit den 4 Kerzen, von denen schon ein brannte. Sie weisen auf die Christnacht hin, die mit Riesenschritten auf uns zukommt. Der altvertraute Kreis, sogar mit einem neuen Gesicht dabei, ermöglichte ein lebendiges Rundgespräch über die persönlichen Erfahrungen mit Ängsten und ihre Überwindung. Dieses Gespräch setzte sich über die vorgesehene Zeit hinweg fort.
Alles ging gut, obwohl es zuerst so aussah, als ob wir ohne 2 Hauptakteurinnen auskommen mussten und die Musik nicht sofort funktionieren wollte. Helma sprang ein und sang das Lied, zu dem wir uns in Tanzschritten bewegen konnten, mit einem Text, der auf die Verbindung zwischen Erde und Himmel hinwies.
Das Gespräch tat mir so gut wie die heiße italienische Suppe…
So ging es gestärkt wieder nach draußen, wo sich in der eiskalten Winternacht sogar Schnee ankündigte.

 

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Ein Besuch bringt neues Leben!

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Soviel wussten wir: Sie kommt aus Südafrika, aus der Region Durban und ist eine Gral Frau und Mitstreiterin von Marilyn Aitkens in den vielen Programmen für Klimaschutz, gegen Erderwärmung, zur Erhaltung der Artenvielfalt und eine begeisterte Anhängerin der Biolandwirtschaft. Als solche, verbunden mit Nicht-Regierungs-Organisationen, bekam sie die Chance diese NGOs aus Südafrika bei der Klimakonferenz COP 23 in Bonn zu vertreten. Die 27jährige Frau mit dem unaussprechlichen Namen: Prosperity Ntuthuhxaba, angesprochen als „Ntuh“, wollte an den Konferenz-Marathon noch ein paar Tage mit Gral Erfahrung anhängen und so kam es, dass sie vom 15. – 17. November zu Gast im Gral Zentrum Mülheim war und dort unterschiedliche Einrichtungen in Duisburg kennengelernt hat. Außerdem konnte sie den traditionellen Martinszug erleben, der sie sehr beeindruckt hat. Beeindruckt war sie aber auch von den vielen verschiedenen Nationalitäten, die in Duisburg leben. Von dort suchte sie ab dem 17.November die kleine Gruppe in Ingolstadt auf. Ihre offene, interessierte Art, ließ gar keinen Zweifel aufkommen, dass sie Eine von uns war und keine Aufwärmphase brauchte.

Am Samstag, den 18. November, nahmen wir sie kurzerhand mit zum Treffen der Bezugsgruppe nach München. Sie fühlte sich sichtlich wohl, gab zu einigen Punkten ihre Meinung ab, und stellte Fragen nach Gral Projekten im Süden, dem Nachwuchsproblem und der Kernberufung. Eingeladen, erzählte sie von dem Vortrag, den sie in Bonn für andere NGO Gruppen halten durfte. Das Thema: die Fähigkeit sich an ein verändertes Klima anzupassen und die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit von Pflanzen, Materialien und Menschen zu erhöhen. Die Befähigung und Rolle der Frau in der Landwirtschaft und beim Klimawandel zu stärken und anzuerkennen, war ihr ein besonderes Anliegen. Dazu erzählte sie ihre eigene Geschichte, dass sie ein Studium in Landwirtschaft abgebrochen hat, weil sie sich eigentlich Agrarbiologie und Ökologie wünschte – und jetzt, bis sie einen geeigneten Studienplatz gefunden hat, Experimente im eigenen Garten durchführt und sich in der Aktionsgruppe „Earth and Environment“ (Schutz der Erde und Umwelt) engagiert.

Die Tage darauf gaben Gelegenheit, Ingolstadt im Schnellverfahren kennenzulernen, viele Gespräche zu führen, auch über die jüngste Deutsche Geschichte und Kräfte in der Politik, die versuchen die Umwelt zu schonen und natürlich über Gral Fragen.

Ntuh war eine gute Zuhörerin – und ich kann nur hoffen, dass sie die vielen Eindrücke von unserer Begegnung am 21. November als einen Erfahrungsschatz in ihren Alltag nach Südafrika mitnehmen konnte

Auch wir durften in diesen Tagen wachsen: Berichte vom COP 23 und Realitäten vom Südafrikanischen Gral kennenlernen und dafür sind wir dankbar.

Christa Werner

 

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Gral-Tagung 06.-08.10.2017 im Haus am Maiberg, Heppenheim mit dem Thema:
„Frauen bewegen Kirche(n) aus Hoffnung für die Welt heute“

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Statements einiger Teilnehmerinnen

– „Auf Augenhöhe begegnen“

– „Es darf keinen Unterschied machen, ob jemand Mann oder Frau ist. Die Aufgabe zählt.“

– „Meine Version einer Menschen- und frauenfreundlichen Kirche:

  • Ein inklusives Miteinander
  • jede und jeder hat ihren/seinen Platz;
  • die Bedürfnisse eines jeden Menschen werden wahr- und ernstgenommen; es wird
    versucht, diese wo immer zu befriedige
  • Der Gebrauch einer geschlechtersensiblen, verständlichen, dem heutigen Sprachgebrauch angepassten Sprache
  • Ein kompetenzorientiertes – nicht geschlechterspezifisches- Miteinander –
  • kein Neben- bzw. Gegeneinander.
  • Neue, andere, kreative,…. den/die Menschen berührende Formen der Liturgie“

– „Eine Menschen- und frauenfreundliche Kirche sollte:

  • Priorität in Gottesdienst und Gottesbezug setzen:
  • auf den Geist hören, -Leben vor Gott, -Stille, -Bibel, -soziales Engagement, -
  • lebendige Liturgie
  • Partnerschaft: Frauen, Männer, Kleriker, Laien, Alte, Junge als Getaufte auf Augenhöhe ⇨ gemeinsam auf dem Weg praktizieren
  • Menschen und ihre Situationen ernstnehmen – vor Gesetze und Strukturen stellen.
  • Nicht verurteilen: Gewissensentscheidungen akzeptieren auch die von Kirchgängern und von solchen, die „draußen“ einen anderen Glaubensausdruck finden
  • Weltkirche und „arme“ Kirche leben im Alltag“.

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Feier der Gral-Zugehörigkeit von Judith Ettner

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Maria Schwab

Am 9. September 2017 versammelten sich 7 süddeutsche Frauen und Silvana Ferraguti, die gerade auf der Rückreise von Italien nach Duisburg war, um im Rahmen einer Eucharistiefeier die Zugehörigkeitserklärung zur Gralbewegung in Deutschland von Judith Ettner entgegenzunehmen. In der wunderschönen Atmosphäre der Petersberger Basilika aus dem 11. Jh. mit ihren Fresken – Maria im Kreise der Apostel – feierten bereits Judiths Eltern ihr Jawort und so lag es nahe, dass Judith an diesem heiligen Ort ihr Versprechen erneuern wollte. Sie hatte bereits vor 10 Jahren im Rahmen eines Arbeitskreises erklärt, zum Internationalen Gral dazugehören zu wollen. Doch jetzt konnten ihre Geschwister, ihre Nichten und der kleine Neffe zusammen mit ihrem Vater an der Feier teilnehmen. Judith hatte den Gottesdienst mit großer Intensität vorbereitet und die Familie ihrer Schwester mit ihrer „Hausmusik“ gab der Feier einen würdigen Rahmen. Dazu konnte Judith den Ugandamissionar Pfarrer Tyroller als Zelebranten gewinnen, der in großer Liebenswürdigkeit mit uns Gottes Nähe feierte. In den Fürbitten gedachten wir ganz besonders unserer Wurzeln im Gral, all der früheren Gralfrauen, die vor uns vorausgelebt und in die Anschauung Gottes vorausgegangen sind. Diese gottesdienstliche Feier mündete in ein wunderbares Mahl im Elternhaus Judiths und mit großer Dankbarkeit und vielen Glückwünschen machten wir uns dann spät auf den Heimweg

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Geflüchtete Frauen in Duisburg

Beate Kessler, Internationale Initiative Hochfeld e.V.

Alleine im Jahr 2016 wurden in Deutschland 745.545 Asylanträge gestellt. Die meisten Menschen flüchteten aus Syrien, dem Irak, Iran, Afghanistan, Somalia, Eritrea, Nigeria und aus der Türkei. Fast ein Drittel (28,9 %) aller Asylanträge wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen gestellt. Die meisten Asylbewerber/innen wurden in die Großstädte verteilt. In Duisburg lebten Ende 2016 6800 Asylbewerber/innen. Die Stadt stand und steht immer noch vor der Herausforderung, die Neuankömmlinge mit Kindergarten- und Schulplätzen, Unterkünften sowie Wohnungen zu versorgen.

Die geflüchteten Menschen müssen sich auch in der neuen Umgebung zurechtfinden und orientieren. Die Anmeldungen, Umzüge, Schrift, Verständigung und Kultur – alles ist fremd und anders. Durch den Verlust der Angehörigen und des Zuhauses, Gewalterfahrungen, Krankheiten und Todesangst vor und während der Flucht sind die Menschen hochtraumatisiert. Viele Familien sind auseinandergerissen. Aus Angst vor den Gefahren der Überfahrt oder aus finanziellen Gründen ließen die meisten Männer ihre Familien in den anderen Ländern und kamen alleine nach Deutschland.

Die Organisationen und ehrenamtliche Helfer in Duisburg sind sehr bemüht, die Asylsuchende zu unterstützen. Sie begleiten sie zu den Ämtern und Ärzten und bieten erste Orientierungshilfe.

Seit 2015 ist die Internationale Initiative Hochfeld e.V. im Programm des Landes Nordrhein-Westfalen „KOMM AN NRW“ zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in der Kommune beteiligt. Das Angebot der Initiative ist aus vielen verschiedenen Gründen nur an Frauen und Kindern gerichtet. Die Teilnehmerinnen lernen Lesen und Schreiben, die deutsche Sprache und verbringen gemeinsam Zeit. Einmal pro Woche sind die Frauen zum Frauentreff eingeladen. Hier wird gekocht, erzählt, gefeiert und gegessen. Die Frauen tauschen sich mit wichtigen Informationen aus, die die geflüchteten Frauen als Orientierungshilfe benötigen. Außerdem werden für die Frauen kurze Ausflüge und Informationsveranstaltungen zu den verschiedenen Themen ihres neuen Lebens in Deutschland organisiert.

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Die Internationale Vollversammlung (IVV) – ein Meilenstein auf unserem Weg in die Zukunft

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Christa Werner

Es ist erstaunlich, wie viele Gralfrauen aus aller Welt zu Freundinnen geworden sind und was es bedeutet, einander an Tagungen wie der IVV, neu zu begegnen. Gefühlte tausend Umarmungen schon bei der Ankunft – lautstarke Versuche der Freude Ausdruck zu verleihen und die wichtigsten Meilensteine der letzten Jahre mitzuteilen.

Es waren „nur“ 75 bis 80 Teilnehmerinnen vom 13. bis einschließlich 23. Juli 2017 in Fatima, Portugal, vor Ort: Delegierte der 17 Gralländer plus der Gruppen, die als zukünftige nationale Gemeinschaften den Gral aufzubauen versuchen (Angola, Ekuador, Paraguay), Vertreterinnen der Netzwerke und Arbeitsteams, ILT-Kandidatinnen, Referentinnen des Panels, Expertinnen, Übersetzerinnen, Moderatorinnen, Protokollantinnen, „Backstage“ Koordinatorinnen – das Internationale Leitungsteam und die Finanzbeauftragte: eine bunte Palette, alle überzeugt, mit dem eigenen Beitrag die jetzige Situation des Gral in der Welt darzustellen, Inspirationen weiterzugeben und klare Leitlinien und Prioritäten für die Zukunft zu setzen. Kein einfaches Unterfangen.

Das Tagungshaus – ca. 3 km vom Zentrum und dem Marienheiligtum entfernt, mitten in einem Park, weiträumig auch für Behinderte eingerichtet und von Schwestern geführt, war ein idealer Tagungsort und für die vielen Programme wie geschaffen. Ein sogenanntes „Zelt“ im Garten beherbergte die Gruppe zu Morgengebeten und Abendreflektionen im Freien. Ökumenische Agapefeiern verbunden mit einer Eucharistie an den Sonntagen, waren tiefe Erfahrungen unseres Glaubens. Feste zum Willkommen und Abschied, Ausflüge nach Golegã, an den Ozean und Fahrgemeinschaften zum Wallfahrtsort mit Lichterprozessionen am Abend und einer großen Erfahrung gelebten Vertrauens und tiefen Glaubens. Vorträge wie: Maria in der Tradition der Lutheraner (Bibi Helgeson), oder über die Erscheinung von Fatima von einer Expertin, Schwester Angela lebendig und überzeugend dargestellt, all das gab der Tagung eine ganz besondere und einmalige, unvergessliche Atmosphäre.

Die Gralgruppe aus Portugal war nicht nur effizient und gastfreundlich in allen praktischen Vorbereitungen und alltäglichen Fragen – sie feierten auch in den Tagen der IVV ihr 60jähriges Bestehen mit vielen Gästen, einer geschichtlichen Vorstellung und einem mitreißenden Folklore-Chor mit Sängerinnen aus den eigenen Reihen. Wer zählt die Stunden und Aufgaben, wer kennt die Sorgen um die vielen Dienste im Hintergrund, wer weiß um die tausend Hilfeleistungen, die die Gralgruppe in diesen 2 Wochen leisten musste – es gebührt ihnen von Herzen ein großer Dank für die wunderbare Gastfreundschaft.

Marita Estor als Expertin für das Panel, Maria Schwab und Christa Werner als Delegierte für Deutschland, letztere auch für das internationale Nukleus- und Commitment Team, fanden sich in Fatima eingebunden in ein recht herausforderndes Programm, von Diskussionen, Gruppenarbeiten und in Abstimmungen von Entscheidungen für zukünftige Schwerpunkte und Aktivitäten.

Powerpoint Präsentationen zum Thema der „Nachhaltigen Ziele der UN“ und deren Umsetzung in der Gral-Arbeit standen im Mittelpunkt:

  • Regina Tavares da Silva (Portugal) erzählte von ihrer langjährigen Erfahrung für den Aktionsplan im Kampf für die Frauenrechte bei der UN.

  • Elena Lasida, französische Theologin und aktiv in der Verknüpfung von Theologie und Wirtschaft, zeigte die Veränderungen der letzten 50 Jahre auf sozio/ ökonomischen/politischen Gebiet auf, um auf die Herausforderungen der kommenden Jahre hinzuweisen und unseren Einfluss darauf einzufordern.

  • Lucia Ramon, spanische feministische Theologin, zeigte die Notwendigkeit eines theologisch feministischen Beitrag bei der Entwicklung eines feministischen Bewusstseins auf und kritisierte die patriarchalische Weltanschauung der Religionen, die fundamentale Menschenrechte der Frauen in Frage stellen.

  • Tatiana Viana, brasilianische Gralfrau, die in Italien lebt, sprach von Menschenrechten im Universum, die sie erforscht. Eine faszinierende Perspektive von Zusammenspiel und Partnerschaften der Länder mit Raumsonden.

Die Präsentationen waren von den Fachfrauen kompetent vorbereitet und wichtig, um unser Handeln in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Freilich war die Zeit zu kurz, um sie im Detail nachzuarbeiten und für unsere Planungen wirksam einzubeziehen. Sie können aber zu eingehenden Diskussionen anregen, wenn sie in schriftlicher Form vorliegen.

Berichte, Organisationsfragen, Geschichte und Herausforderungen für die Arbeit des Gral in der Zukunft nahmen einen breiten Raum ein. Ob es sich nun um religiöse Ausrichtung, die internationalen Finanzen, die Netzwerke und deren Aufgaben und Zukunftsperspektiven ging oder um internationale Arbeitsgruppen, um die Vorstellung der Kandidatinnen zur Wahl des neuen ILT – oder auch um Schwerpunkte in der Arbeit der Gralgruppen in verschiedenen Ländern, den Text für die Struktur der Kernberufung: die Diskussionen waren intensiv, oft in Details gehend, die Zeit immer zu kurz (auch durch die notwendigen Übersetzungen bei Gruppenarbeiten). An manchen Stellen der IVV führten die Kontroversen die Teilnehmerinnen an physische und psychische Grenzen. Zu unterschiedlich ist die Situation in den verschiedenen Erdteilen, zu weit auseinanderklaffend die Anliegen, zu sehr eine Zeitungsgleichheit bei den Ansichten. Die IVV musste sich auf Kompromisse einigen und auf zukünftige Prozesse und Entwicklungen verweisen.

Die Abstimmung über 11, teils in langer Arbeit vorbereitete, teils spontan formulierte Anträge am vorletzten Tag, ging zielsicher und ruhig über die Bühne. So kann dann das neue ILT an der Umsetzung von Entscheidungen arbeiten über:

  • Gemeinsame Prozesse einer spirituellen Vertiefung

  • Entwicklung und Ausweitung eines internationalen Bildungsprogramms, Frauen und Mädchen in Leitungsfunktionen von GLUNN (UN-Projekt für Mädchen)

  • Finanzielle Prioritäten lokal und regional für die „Befähigung“ von jungen Frauen festlegen.

  • Besondere Aufmerksamkeit für die „Formation“ (Hineinwachsen in den Gral)

  • Programme, die den Ernährungszustand von Kindern in Gral-Ländern des Südens thematisieren und dafür Aktionen entwickeln

  • Die neue Struktur der Kernberufung wurde unter der Auflage bestätigt, bestimmte Textstellen, die den Katholischen Glauben als Voraussetzung für diese Lebensform prüfen

  • Der gesamte Text der Struktur soll in den nächsten 5 Jahren erneuert werden

  • Kommunikation und Anwendung neuer Technologien sollen international vorangetrieben werden

  • Generelle Entscheidung sich mit den nachhaltigen UN-Entwicklungszielen zu befassen und deren Umsetzung, vor allen Dingen im Bereich von Frauenfragen, Klimawandel, auch als spirituelle Herausforderung zu reflektieren

  • Umsetzung der Vorschläge des Commitment Teams für zweijährliche Kurse und „sabbaticals“ durch entsprechende Programme.

Wir werden uns als deutsche Gralgruppe noch öfter und mit neuem Engagement mit den Ergebnissen der IVV auseinandersetzen müssen – und hoffentlich daran wachsen.

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Wie ein Afrikaeinsatz lebenslang verbindet

Friederike Steven

„Lang, lang ist’s her…“
Ende Juni, Anfang Juli trafen sich in einem wunderschönen Ferienort des Vogelsbergs 28 ehemalige Entwicklungshelfer und –helferinnen, die in den 60er Jahren – lang ist’s her – eine Zeit gemeinsamen Arbeitens in Nigeria verlebt hatten. Neben verbindender Freundschaft und durch 7 später geschlossene, dort angebahnte Ehen, bestanden seit den 70er Jahren Rückkehrertreffen, bereits 20 an der Zahl. Für diesen Kreis von Ehemailigen war der mehrjährige Einsatz in Nigeria fürs weitere Leben prägend.

Wenn bei den ersten Zusammenkünften die Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes im Mittelpunkt stand, so wurden ab den späten 70er Jahren diese Treffen durch die mitgekommenen Kinder belebt; für diese war die in Nigeria entstandene Gemeinschaft unter ihren Eltern eine starke Erfahrung. Die Organisierung der mehrtägigen Treffen oblag und obliegt nicht den ehemaligen Entsendeorganisationen wie der AGEH und der Gralbewegung, sie ist Sache der Rückkehrer selbst.

Vom Inhalt der Tagung möchte ich zwei Aspekte, die mir wichtig erscheinen, hervorheben. Den ersten brachte ein Gastreferent, selbst ehemaliger Rückkehrer, ein, indem er auf das Verhältnis Nord-Süd auf Weltebene, geprägt durch die Dominanz der wirtschaftlich starken Indu-strieländer, mit uns nachdachte. Zweitens verhalf uns zu einer differenzierteren Sicht über Fortschritt unseres damaligen Einsatzlandes Nigeria Klaus Fleischer vom „Missionsärztlichen“ in Würzburg, der positive Aspekte des im Allgemeinen als desolat abgestempelten Landes Nigeria zu schildern wusste und damit ein erfreuliches, hoch nötiges Korrektiv zur verbreiteten öffentlichen Meinung über Nigeria in unserem Land vermittelte.

Das Folgetreffen in zwei Jahren ist bereits geplant, es soll in Wolfenbüttel stattfinden. Wir Ehemaligen werden dann zwischen 73 und 90 Jahre alt sein. Weit, weit ist’s hin… will mir scheinen.

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Ein Jubiläum ist mehr als eine „Alterserscheinung“

 

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Christa Werner

Sie saßen alle in der Reihe auf der Bank, die Mütter mit den kranken Kindern – und wie todkrank Manche von ihnen waren - die Krankenblätter vor ihnen am Tisch, die Temperatur gemessen und eingetragen und die Schwesternhelferin stand dienstbereit daneben… damals, in den späten 1960er Jahren im der Ambulanz des Lubaga Hospitals.

Was hätten wir Europäerinnen getan, unzu-länglich mit der Sprache vertraut und mit vielen Fragezeichen was Kultur und Bräuche an-ging, ohne die jungen Ugander-innen, die ei-nen Kurs als Schwesternhelferinnen absolvierten und uns in der praktischen Pflege zur Hand gingen - uns oft einen Schritt voraus!

Es war wohl eine klare und notwendige Entscheidung der ersten Gralfrauen in Uganda, dass für jede Entwicklung des Hospitals qualifiziertes einheimisches Personal gebraucht wurde. Die wenigen „enrolled Nurses“ (Pflegeschwestern mit einem anerkannten Abschluss nach 2 Jahren und 9 Monaten), kamen aus den Krankenhäusern im Land, die schon früh ausbildeten und die zwei afrikanischen „Registered Nurses“ (nach UK Standard ausgebildet) die angestellt waren mussten für eine Qualifikation noch nach England oder Schottland reisen.

Der Schrei nach Pflegepersonal kam auch aus vielen kleineren Missionskrankenhäusern und Dispensarien und war nicht zuletzt auch ein ganz essentielles Anliegen vom Gral der sich die professionelle Entwicklung von Frauen ins Programm geschrieben hatte.

So kam es, dass schon zwei Jahre nach der Ankunft von Dr. Magdalene Oberhoffer und Elisabeth Weigand ein hausinterner Kurs für Schwesternhelferinnen ins Leben gerufen wurde – damals 1956.

Die solide Basis von Unterricht und Praxis, von Persönlichkeitsbildung und religiöser Motivation erwies sich als erfolgreich und der Service dieser Pioniere der Pflege verbesserte die Qualität der medizinischen Versorgung landesweit.

Es war eine Freude einzelne Ehemalige zu treffen nach langen Jahren, bei der Feier der 60 Jahre Pflegeschule– und zu staunen was aus diesen Anfängen gewachsen ist. Viele der Helferinnen schrieben sich sofort in den „Enrolled Kurs“ ein, der 1971 das erste Training ablöste, als Geraldine Huisigund später Sr. Anne Marie Specht als Lehrschwestern befugt Pflegerinnen ausbildeten. Daraus qualifizierten sich Manche in einer Zusatzausbildung von 18 Monaten zur registrierten Pflegekraft oder Hebamme – Andere schrieben sich für die OP- oder Labor Assistentenkurse ein, oder wollten als MTAs dem Gesundheitssystem dienen – und das alles im Lubaga Hospital.

Die Schule wuchs mit den steigenden Anforderungen, ugandische Unterrichts-
Schwestern lösten die Europäer ab. Erst Sr. Joseph Donatus, später Sr. Jane Frances von den Bannabikira Schwestern übernahmen die Leitung. Das alte Gebäude auf dem Hospital-gelände wurde 2005 im „Cathedral-Plot“ durch neue helle ersetzt.

Von den heute über 300 Schülerinnen und Schülern graduierten am Tag des Jubiläums dem 27.08.2016 über 100 – sie alle tragen professionelles Können und einen guten Geist in die Hospitäler und Gesundheits-zentren des Landes. Alumini´s schlossen sich zu einer Assoziation zusammen um für die Schule zu ar-beiten und zu werben. Einige von ihnen haben es bis zum Abschluss an der Universität geschafft.

So war es nur Recht ein frohes und buntes afrikanisches Fest zu feiern mit Gottesdienst, Gesängen, Tänzen und Reden, dem obligatorischen Kuchenanschnitt und einem reichhaltigen Essen – und dabei zu sein war ein großes Privileg. Der internationale Gral als Gründer der Pflegeschule wurde hoch geehrt mit einer Medaille und einem Zertifikat – wir, die ehemaligen Verantwortlichen durften Geschenke mit nach Hause nehmen. Die Erfolgsgeschichte zu erleben, die jungen Schwestern und Medizinischen Assistenten so begeistert zu sehen, das ist der eigentlich Grund unserer Dankbarkeit und dem Lob das wir Gott gesungen haben.

Eine der Unterrichtsschwestern konnte eine besondere Überraschung erleben, da sie Judith Ettner treffen durfte, die sie von der Grundschule an mit Schulgeld über den Aichacher Missionskreis, unterstützt hatte. Tränen der Freude flossen und sie war so glücklich sagen zu können, dass sie heute in Lubaga unterrichtet und eine Zukunft hat, Dank der wunderbaren Begleitung aus Deutschland.

Man muss solche Stunden am Äquator erlebt haben um zu verstehen was es bedeutet ein Jubiläum zu feiern, das das Leben vieler junger Menschen und vieler Patienten am Äquator verändert hat.

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Wir sagen: Herzlichsten Dank!

Seit 2012 unterstützt die Heinz-Horst-Deichmann-Stiftung die Arbeit der „Internationale Initiative Hochfeld“ mit einer großzügigen Spende.
Damit wurden und werden die Förderkurse für Grundschulkinder aus dem Stadtteil finanziert.
Im Namen des Vorstandes und der Mitarbeitenden
Silvana Ferraguti (1. Vorsitzende) 18.07.2017.

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